Große Kreisstadt Crimmitschau – bekannt für Sport, Kultur und ländliche Räume

Jeder hat Crimmitschau schon einmal von oben gesehen. Glaubst du nicht? Ok – wahrscheinlich nicht jeder, aber all diejenigen, welche die Autobahn 4 bereits genutzt haben, um das Pleißetal zu überqueren. Im Norden der Stadt verläuft genau jene Bahn in 23 Metern Höhe (Q1) über der Pleiße und ermöglicht so einen weiträumigen Blick über die Stadt in Richtung Süden. Hier befindet man sich auf einer Linie mit dem Rathausturm, dem Schornstein des Textilmuseums Gebr. Pfau, sowie den Zifferblättern an den Dächern der zahlreichen Schulen.

Tuchfabrik Pfau Crimmitschau
Historische Tuchfabrik als Musuem mit europäischem Rang

Mit dem Bau des Schloss Schweinsburg um 1200 im benachbarten Neukirchen bei Zwickau, wurde der Grundstein Crimmitschaus gelegt. Als im Jahre 1414 das Stadtrecht (Q2) verliehen wurde und die Stadt zu der Zeit noch recht überschaubar war, ahnte wohl keiner, welche Entwicklung sie, außerhalb der errichteten Stadtmauer, einmal nehmen würde.

Durch die große Bedeutung als „Handwerker-Stadt“ fanden viele gebildete Menschen mit Erfinder – und Machergenen den Weg dorthin. Während mit dem Bevölkerungswachstum, auch das Verlangen nach hochwertiger Bekleidungsware, sowie der Anspruch auf Arbeit einherging, war es nicht verwunderlich, dass auch in Crimmitschau die ersten Textil-Manufakturen und später -Betriebe entstanden. Als berühmter Wegbereiter dieser Zeit ist David Friedrich Oehler aufzuführen, der den Textil-Boom (externer Link) in der Eishockey-Stadt erst auslöste. Im Laufe der Zeit bekam Crimmitschau unter der Bevölkerung den Beinamen als „Stadt der 100 Schornsteine“ verliehen. Die Pleiße, welche sich täglich ändernd, farbenfroh durch das Tal schlängelte, wurde oft durch das Grau der rauchenden Fabrik-Colts verschleiert.

Baumgärtel Tuchfabrikate Crimmitschau
Textilindustrie – Die vormalige Stärke

Der Anschluss an die Bahnlinie nach Leipzig stellte die wichtigste Verbindung nach draußen dar und ermöglichte den notwendigen Warenaustausch, um weiter expandieren zu können. Mit dem Einsetzen der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert und den anschließenden Gründerzeitjahren, entstanden die Gebäude und Einrichtungen, welche auch heute noch die Stadt repräsentieren. So kann man beispielsweise die Häuser der ehemaligen Amtsgerichte, des Kaiserlichen Postamts am Bahnhof und des städtischen Schlachthofs bewundern. Außerdem sind das Sahnbad im gleichnamigen Sahnpark, das Theater im Zentrum und die große Turnhalle des ehemaligen Männersportvereins typisch für die im großen Stil angelegten Institutionen.

Historische Gebäude Crimmitschau
Bauliche Vielfalt am Westberg

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde der wirtschaftliche Bedeutungsverlust vor allem in der Textilindustrie spürbar. Nicht nur dieser Zweig stand seitdem auf dem Abstellgleis, sondern auch Maschinenbaubetriebe und kleine Handwerksbetriebe, die sich als Zulieferer verstanden. Als Ausgleich konnte jedoch später mit der Erschließung neuer Gewerbeflächen in der Nähe zum benachbarten Meerane für positive Signale gesorgt werden. Hier entstand fortan neue Industrie im Einklang mit landwirtschaftlichen Nutzungszweigen.

Renaturierung Fabrikruinen Crimmitschau
Schweres Erbe – Renaturierung von Brachflächen

Neben dem städtischen Kern untergliedert sich Crimmitschau heute in eine Vielzahl ländlicher Ortsteile (Q3). So entfallen gut 25% der rund 19.000 Einwohner auf die vielen lebenswerten Dörfer ringsherum. Als wichtige Vertreter sind hier zu nennen:

  • Blankenhain mit dem gleichnamigen Schloss und Landwirtschaftsmuseum
  • Frankenhausen mit dem historischen Zisterzienserkloster
  • Mannichswalde mit Freibad und Campingplatz

Aber nicht nur die umliegenden Ortschaften haben ihren Reiz, sondern auch das nahezu vollständig sanierte Stadtzentrum, welches für die Einwohner das Wohnzimmer der Stadt darstellt.

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Weitere Eindrücke von Crimmitschau

Historischer Fachwerkbau am Pleißenufer in der Zwickauer Straße
Traditioneller Fachwerkbau am Pleißeufer
Loftwohnungen am Pleißewehr inmitten einer DDR Wohnblock Siedlung
Wohnkontrast am Wehr – Fabriklofts und DDR Einheitsbau im Hintergrund
Zu allen Jahreszeiten prachtvolle Fabrikaten Villen in der Gabelsberger Straße
Historische Villen am Bismarckhain
Stadtbildprägende St. Johanniskirche an der Pleißebrücke
St. Johanniskirche mit Pleißebrücke

Quellen:

1: Höhe der Autobahnbrücke in Crimmitschau –> Karl Gotsch 2020

2: Stadtrechtvergabe Crimmitschau –> Crimmitschau 2020

3. Ortsteile von Crimmitschau –> Crimmitschau 2020

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