TOWN

Die Gründung und Besiedelung vieler Orte im Vorerzgebirgsland reicht bis in den Zeitraum des 12. und 13. Jahrhunderts (Q1) zurück. Zusammen mit der Entstehung zahlreicher Burgen und Schlösser existierten fortan auch urkundliche Bestätigungen der Siedlungen. Erste stadtbildprägende Gebäude, wie Kirchen oder Stadtmauern wurden errichtet und prägen auch heute noch das Erscheinungsbild der Städte und Gemeinden. Durch die frühe Vergabe der Stadtrechte blicken heute viele Orte auf eine mehrfach 100-jährige Geschichte zurück.

Blick Richtung Thüringen und Westberg oberhalb des Schlachthofes

Ende des Mittelalters verhalfen Neuordnungen vielzähligen Handwerksbetrieben zu einem Aufschwung und ließen die Einwohnerzahlen kontinuierlich anwachsen. Wo in höheren Lagen bereits der Bergbau für rasche Entwicklungen sorgte, erfuhr die Region zwischen Gera und Chemnitz das größte Bevölkerungswachstum, als im 18. Jahrhundert erste Tuchmacher-Manufakturen gegründet wurden. Durch die günstige Lage der Orte in Tälern und in der Nähe zu Flüssen ließen weitere Ansiedelungen von Manufakturen und Betrieben nicht auf sich warten.

Blick über die Felder am Nordrand des Werdauer Waldes

Die einsetzende Industrialisierung begünstigte den Aufschwung der Städte geradewegs. Nun waren nicht mehr nur die Bekleidungs-Produkte an sich gefragt, sondern auch die Fertigungs-Mittel. So kristallisierten sich Maschinenbaubetriebe heraus, in denen Dampfmaschinen, Webstühle und Transportmittel hergestellt wurden. In den Tälern fuhren bald darauf Eisenbahnen, welche die Waren in die weite Welt hinaus transportierten und so manchen Fabrikanten großen Reichtum bescherten. Später schloss sich die Entwicklung der Automobilindustrie an, die auch heute noch die Region vordergründig repräsentiert.

Neukirchen und Lauterbach vom Berghang der Gartenanlage

Als nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch den Wiederaufbau noch kurzzeitig Aufbruchsstimmung herrschte, sorgte die Deutsche Teilung anschließend in den 1960er Jahren für Abschwung in Westsachsen und Ostthüringen. Anhaltender Bedeutungsverlust in der Industrie und vorherrschende Planwirtschaft brachten die Entwicklung zum Stagnieren und die Bevölkerung dazu langsam abzuwandern. Der Mangel an Ressourcen verschlechterte die Lebensqualität und sorgte weitgehend für graue Stadtbilder. Auch die Landschaft litt unter dem Raubbau an der Natur, da der Uranbergbau in der Region eine große Rolle einnahm.

Die politische Wende brachte in den 1990er Jahren nicht sofort die erhoffte Initialzündung. Großbetriebe zerfielen schlagartig und sorgten zunächst für Zukunftsängste in der Bevölkerung. Eine erneute Abwanderung, vorallem in der Gruppe der 20-30 jährigen, brachte Knicke in den Geburtenzahlen, wovon sich die neuen Bundesländer erst nach 20 Jahren erholten und der Trend sich relativierte. Dies wurde vorallem durch die Ansiedelung neuer Firmen realisiert, womit der Region neue Chancen entgegengebracht wurden und junge Menschen wieder Anschluss fanden.

Aber auch die Neuausrichtung von Strukturen, Zielen und Stärken brachte positive Effekte. So konnten Industriebrachen zurückgebaut, Flächen renaturiert und gleichzeitigt der Gedanke an Industriekultur und Identifikation gestärkt werden. Ebenso wurde die Burgen-, Schlösser- und Museen-Landschaft ausgebaut und Denkmale vor dem Verfall gerettet. Traditionelle Stärken in Landwirtschaft, Automobilbau und vereinzelt auch Textilindustrie konnten mit Einsatz modernster Technik für die Zukunft ausgerichtet und somit Menschen für eine Zuwanderung motiviert werden. So spiegeln die Städte und Gemeinden im Hometownland eine neue, lebenswerte Region wider, in der alles auf die Zukunft ausgerichtet ist.

Quellen:

1: 12. und 13. Jahrhundert –> Erzgebirge – Gedacht. Gemacht. 2020

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